Musik

Melasurej
(2017)

Der Titel „Melasurej“ leitet sich aus einer Spiegelung des Namens „Jerusalem“ ab. Jerusalem gilt mit einer Vielzahl von Synagogen, Moscheen und Kirchen als spirituelles Zentrum der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum. Gleichzeitig erinnert uns der Name „Jerusalem“ im politischen Brennpunkt des Nahostkonflikts an Szenen der Gewalt und die Zerstörungskraft des religiösen Fanatismus.
Hebräische, lateinische und arabische Übersetzungen von „Versöhnung und Frieden“ lassen Stimmengewirr entstehen.

Besetzung: Orchester

diasporAsa
(2017/18)

Schuberts „Gute Nacht“ begegnet der jüdischen Klezmer-Klarinette und einem altpersischem Gedicht über Einsamkeit und illustriert damit ebenso wie eine Vertonung von der alttestamentlichen Erzählung vom Turmbau zu Babel mit mehrsprachigem Stimmenwirrwarr die kulturelle Verschiedenheit wie Verbindung über die Grenzen hinweg.
Damit wird eine kulturelle Diaspora nachgezeichnet, deren Folge die Zerstreuung und Verlust von kultureller und ethnischer Identität ist.

Besetzung: Asambura-Ensemble

Mécanique des passions
(2017)

In Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ – „Rheingold“-Vorspiel und „Waldweben“ aus „Siegfried“ seien exemplarisch angeführt – wird eine Vorstellung von Natur musikalisch ausgedeutet, als Gegenwelt zur materialistischen Welt, die sich nach Macht und Reichtum ausrichtet.

Die vorliegende Komposition „Mécanique des passions“ greift diesen Dualismus auf. Wagners im „Rheingold“ vertonte Maschinenwelt, symbolisiert durch MeVerfremdungen des „Nibelheim“- Motivs, wird mit instrumentalen Imitationen von Vogelgesang konfrontiert.
Die aus einem persischen Modus abgeleitete Motivik in der solistischen Bassflöte, hauchige Streicherklänge und muezzinartige Glissandi in der gedämpften Posaune heben die Komposition in einen interkulturellen Dialog, der allmählich von holzigen, perkussiven Sounds bestimmt wird.

Besetzung: Asambura-Ensemble

MessiaSASAmbura
(2015/17)

Unter dem Motto „Weite wirkt über Grenzen hinweg“  wurde mit „MessiaSASAmbura“ der Weg einer kompositorischen Neuinterpretation eines der berühmtesten Werke des europäischen Hochbarocks beschritten: Teile von Händels barockem Meisterwerk „Der Messias“ werden mit Elementen afrikanischer Musikkulturen und avantgardistischen Kompositionen verbunden.

Das Andersartige der verarbeiteten Musikstilistiken wird als Chance für einen Dialog begriffen, Spannungen zwischen den unterschiedlichen Sphären werden ausgelotet und bleiben bestehen. Dies wird als Gegenpol zu einer in vielen Teilen der Welt zunehmend zu beobachtenden Tendenz verstanden, andere Kulturen als Bedrohung wahrzunehmen.

Besetzung: Asambura-Ensemble, Barockorchester, Kammerchor, tansanischer Chor

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Hora (2015)

Muezzinrufe verbinden sich mit Glockenklängen zu einem Klangkontinuum. Die Begegnung der beiden akustischen Signale für den Gebetsruf ist Inspiration für eine „Gratwanderung“ zwischen den verbindenden Momenten der verschiedenen Religionen.
Zentrales Element des Betens ist in den drei monotheistischen Religionen die intime Stille (die Stunde des Gebets „Hora“), deren Bedeutung in Zeiten der Radikalisierung große Beachtung finden sollte.

Besetzung: Tenorsaxofon, Orchester

Karanga
Karanga
(2013/2015,16)

Die Komposition verarbeitet Eindrücke meiner eigenen Tansaniareisen. Über den eigenen kulturellen Hintergrund hinweg interessierte mich, in fremde Musikkulturen einzutauchen und diese auf ein Sinfonieorchester zu übertragen.
Besonders der erste Teil der Komposition ist sehr energetisch und mündet über einige Trommelimitationen in einen stark rhythmisierten Höhepunkt.
Im zweiten Teil von „Karanga“ erinnern ausgedünnte Flächen an eine leere, weite Ebene.

Besetzung: Orchester

Israel 2015 180_3
Babel
 (2015)

In der gegenwärtigen politisch-religiös motivierten Radikalisierung ist die Suche nach einer interkulturellen Verständigung auf Augenhöhe aktueller denn je.
Meinem iranischen Kompositionskollegen Ehsan Ebrahimi und mir erschien das mythologische Motiv „Babel“ eine treffende Chiffre für die Wurzel des gegenseitigen Nicht-Verstehens. Ein nicht fassbares Flüstern steigert sich zu einem ohrenbetäubenden multilingualen Stimmenwirrwarr.

Besetzung: Ensemble Asambura (Santur, Ak. Gitarre, Altflöte, Bassklarinette, 2 Violoncelli), mehrsprachiger Chor

Konzertplakat 20.06.2015
Zeitungskritik

Traumfänger

Nocturne (2015)

Fahle Klänge von Altflöte, Bassklarinette, Viola, pochenden Klängen im präparierten Klavier und Flageolett-Gitarrenakkorden kreiieren eine mystische nächtliche Atmosphäre.

Besetzung: Altflöte, Bassklarinette, Viola, Santur, Ak. Gitarre, E-Gitarre, Klavier

Plakatbild Love and Hate
Songs of Love and Hate
 (2011)

„Klassiker“ der Popgeschichte begegnen der NEUEN MUSIK in einem völlig neuen Gewand: Während im Sologesang die bekannten Melodien zu hören sind, lotet das Sinfonieorchester in schillernden Klangflächen harmonisch und rhythmisch musikalisches Neuland aus und bringt eine Vielzahl ungewöhnlicher Farben im Orchester zum Klingen…

Besetzung: Solisten, Orchester, Chor

Lueur de laube
Lueur de l’aube
 (2010)

Bewegte Klangflächen mit minimalen Farbwechseln dominieren dieses Orchesterwerk. Ideengeber war die nebulöse Atmosphäre einer Morgendämmerung.

Besetzung: Orchester

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Hypnosis
(2009)

Bei einer Hypnose wird eine andere Person in einen tranceartigen Zustand versetzt, in welchem die kognitive Wahrnehmung vermindert ist. Der Bewusstseinszustand wird so verändert, dass ein „direkter Zugriff auf unbewusste Vorgänge“ ermöglicht wird.
Bei stark reduziertem Material der Einzelstimmen soll die Aufmerksamkeit des Hörers auf die Konstellation der beiden Stimmen zueinander gerichtet werden:
Der Sechzehntel-Maschinerie in der Celesta stehen Akkorde im Klavier gegenüber, welche an entfernte Gongs erinnern.

Besetzung: Celesta, Klavier

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In Between (2009)

 

Besetzung: Orchester

Samariter

Der barmherzige Samariter (2007)

 

Das bekannte Gleichnis ist Teil eines „Christus-Oratorium“, das zum hundertjährigen Jubiläum von der Christuskirche Todtenhausen / Kutenhausen an vier Komponisten in Auftrag gegeben wurde.
In dem vorgestellten Ausschnitt werden Ängste des Protagonisten auf dem Weg nach Jericho geschildert, deren Emotionen sich auch auf die heutige brisante Lage im Nahen Osten übertragen lassen.

Besetzung: Solisten, Chor, Orchester